Was mir am Herzen liegt…

In unbestimmten Intervallen möchte ich das, was mich im Moment besonders bewegt, mir besonders am Herzen liegt, mit – teilen.

Frei sein

Löwenzahn, Gänseblümchen, Veilchen und Margariten verströmen ihren herrlichen Duft und strecken ihre Blütenköpfchen der Sonne entgegen.

Und wo es so herrlich duftet, da sind auch Käfer, Bienen, Hummeln, Libellen und so mancher Wurm anzutreffen.

Auch eine Schar Marienkäferchen tummelt sich und genießt den herrlichen Sommertag. Doch wenn man näher hinschaut und hinspürt, sieht man, dass die Käferchen traurige Augen haben und auch ihre schwarzen Tupfen scheinen dunkler zu sein als sonst!

Da fragt der eine Marienkäfer den anderen, ob auch er schon bemerkt habe, dass die liebe Raupe, die auf der prächtigen Brennnessel ihr Zuhause hat, nicht mehr da sei?

Ja, auch dem anderen Marienkäfer ist es schon aufgefallen, dass die liebe Raupe mit ihren feinen Härchen nicht mehr anzutreffen ist.

 

So machen sie sich auf die Suche, fragen alle, die sie auf dem Weg treffen, wo die liebe, freundliche Raupe denn geblieben sei.

Aber niemand weiß etwas von ihr, und die Marienkäfer, die sich besonders gut mit der Raupe verstanden haben, werden sehr traurig. Und sie fürchten gar, dass sie wohl gestorben sein könnte!

Voll Schmerz erinnern sie sich an die vielen Erlebnisse, an die schönen, gemeinsamen Tage auf der bunten Blumenwiese, und sie sind auch fast ein bisschen böse, dass die liebe Raupe einfach gegangen ist, ohne sich zu verabschieden.

Und die Tränen verhüllen ihren Blick, sonst hätten sie bemerkt, dass da ganz im Verborgenen auf der Unterseite eines Brennnesselblattes etwas haftet.

Etwas, das aussieht, als hätte es einen steifen, harten Panzer um sich gehüllt, etwas, das ganz still daliegt und sich nicht bewegt.

Und in dem Moment, der für dieses Etwas, für diese Puppe, genau der richtige ist, öffnet sich die Hülle und langsam und vorsichtig kriecht ein Schmetterling hervor.

Die Sonne trocknet seine noch feuchten Flügel und dann erhebt er sich, in allen Farben leuchtend, in die Lüfte. Unbeschwert flattert er von Blume zu Blume, erfreut sich an dem köstlichen Blumennektar, lässt sich von dem milden Lüftchen empor- tragen, er hat die Verwandlung geschafft, er ist glücklich und frei!

Da halten die Marienkäfer inne, sonderbar, jetzt wären sie auf dem Boden fast über etwas gestolpert, das aussieht wie die Raupe, nur ganz starr und hart – und es hat eine Öffnung, so als sei da etwas herausgeschlüpft!

Und instinktiv erheben sie ihren Blick zum Himmel!

Da sagt einer der Marienkäfer ganz erstaunt – hm, mir war gerade, als hätte der Schmetterling da oben zu mir gesagt, seid nicht traurig, ich bin nicht mehr die kleine Raupe, ich bin jetzt ein bunter Schmetterling

glücklich und frei!

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